 |
Geschichtliche Entwicklung vom Tagesgeldkonto
In Deutschland haben bis in die 1990er Jahre Tagesgeldkonten keine
große Bedeutung. Nach wie vor besitzen die meisten deutschen Einwohner ein
Sparbuch. Da die Verzinsung der Tagesgeldkonten niedrig war, gab es für
Privatkunden keinen Anlass, von einem seit langer Zeit bewährten Sparbuch zu
wechseln auf ein Tagesgeldkonto. |
Allerdings haben damals nur Firmen den eindeutigen Vorteil eines
Tagesgeldkontos geschätzt, der ja die tägliche Verfügbarkeit ist. Firmen
waren bereit, einen niedrigen Zinssatz für ihre Liquidität im Gegensatz zu
Festgeldanlagen
in Kauf zu nehmen.
Aber gab es den großen Ansturm auf Tagesgeldkonten erst zum
Jahrtausendwechsel im Jahr 2000: Das Vertrauen der Privatkunden in die
Aktien war durch den Börsencrash regelrecht zerstört. Viele Anleger führte
das Streben nach Sicherheit wieder zum lange bewährten Sparbuch. Jedoch
hinterließen die hohen Renditeaussichten, auf die viele Aktionäre setzten,
ihre Spuren. Niemand wollte sich mehr so recht mit den mageren Zinsen eines
Sparbuches zufrieden geben. So begannen Banken in ganz Deutschland massiv
mit der Bewerbung ihrer Fonds. Ihre Hoffnung war hierbei, dass sie mit
Fondsprodukten ihre geschockten Aktionäre zurückgewinnen konnten. Mit teuren
Werbekampagnen versuchten die Abteilungen für Marketing der Banken, ihre
Fonds zu präsentieren als ein Produkt, das losgelöst sei von der Entwicklung
am Markt der Aktien. Allerdings ging die Rechnung so nicht auf: Weil viele
frühere Aktionäre an der Börse zu viel Geld verloren hatten, wollten diese
nicht nochmal ihr verbliebenes Guthaben an der Börse einsetzen und
investieren.
Bei Anlageentscheidungen hatte das Streben nach Sicherheit von nun an die
höchste Priorität. Von der Banque D'Escompte in Paris wurde im Jahr 2000
eine neue Bank gegründet. Der Hauptsitz der Bank war in Dublin, Irland, ein
Büro zur Entwicklung stand in Frankfurt am Main. Dort ist die erste reine
Internetbank in ganz Europa entstanden. Ihr Name ist First-e. Das einzige
Produkt, mit dem First-e an den Markt ging, war ein
Tagesgeldkonto. Der
Zinssatz lag bei 6% Zinsen per anno und war damit außergewöhnlich hoch. 6%
Zinsen für ein Tagesgeldkonto lag gerade damals deutlich über dem
Marktdurchschnitt. Die vom Unternehmen eingesetzte Radio- und Fernsehwerbung
führte letztlich dazu, dass sich die von der Börse immer noch geschockten
Anleger dem Produkt "Tagesgeldkonto" öffnen konnte.
Allerdings kann mit einem Tagesgeldkonto allein keine Bank Geld verdienen.
Bietet eine Bank ihren Kunden ein Produkt mit Zinsen an, gerade wenn die
Zinsen so hoch sind wie die der First-e, muss die Bank andererseits eine
erhöhte Rendite mit anderen Bankprodukten erwirtschaften. Eine oft genutzte
Möglichkeit dafür sind Kredite. Damals war der Plan von First-e, mit der
Zeit nach und nach noch andere Produkte in ihr Angebot aufzunehmen.
Allerdings kam es dazu nicht mehr. Aufgrund von ausbleibendem Erfolg wurde
First-e bereits im Jahr 2001 geschlossen. Alle Anleger erhielten ihr Geld
zurück, da die Banque D'Escompte in Paris als Muttergesellschaft für die
Einlagen gerade stand. Diese waren obendrein von der französischen
Einlagensicherung mit 70.000 Euro geschützt.
Damit hatte die Sicherheit von Tagesgeldkonten ihren ersten großen Test
erfolgreich absolviert. Das Bankprodukt Tagesgeldkonto gewann, unabhängig
von dem Misserfolg der First-e-Bank, danach reichlich an Popularität. Seit
dem Jahr 2000 sind Tagesgeldkonten die Zugpferde von vielen Banken. Nach
eigenen Angaben hat die größe Direktbank in Deutschland, die
ING-DiBa, im
Geschäftsjahr 2005 pro Arbeitstag durchschnittlich über 3000 neue Kunden
gewonnen. Diese wurden hauptsächlich durch das Tagesgeldkonto geworben. Bis
heute unterscheidet sich die Geschäftspolitik der Banken dabei nicht von der
eigentlichen Idee der First-e-Bank: Es werden nicht mehr Fonds beworben, die
Hauptwerbung geht an die Tagesgeldkonten. Die Bank steht nach der Eröffnung
eines Tagesgeldkontos in direktem Kontakt zu ihrem Kunden. Nun kann sie ihm
ihre anderen Bankprodukte, darunter auch schwerer vermittelbare, wie zum
Beispiel Fonds oder Kredite, vorstellen. Fast jede deutsche Bank hat
mittlerweile Tagesgeldprodukte in ihrem Angebot aufgeführt.
Unsere Empfehlungen
|
Direktbank |
 |
 |
 |
 |
|
Zinssatz aktuell |
2,70% |
2,60% |
2,50% |
2,50% |
|
Kontoführung |
kostenlos |
gebührenfrei |
gratis |
keine Gebühren |
|
Maximaleinlage |
500.000 € |
50.000 € |
50.000 € |
unbegrenzt |
|
Zinsgutschrift |
31.12. |
1/4 jährlich |
monatlich |
31.12. |
|
Einlagensicherung |
98.000 € |
45 Mio. |
1.012 Mio. |
1,2 Milliarden |
|
Sonstiges |
30 € Bonus |
|
|
20 € Startbonus |
|
Online Banking |
ja |
ja |
ja |
ja |
|
Stiftung Warentest |
Testsieger |
keine |
keine |
Testsieger |
|
Mehr Infos |
Details |
Details |
Details |
Details |
|
Kontoeröffnung |
online |
online |
online |
online |
|